Rund, na und?

Der PME Familienservice prägt mit der Recruiting-Kampagne „Dick im Geschäft“ ein positives Körperbild in der deutschen Unternehmenslandschaft. Mit dieser weltoffenen Kampagne geht er auf die Suche nach neuen Mitarbeitern, die ins Team passen. 

Mittlerweile gehört es in vielen Unternehmen zum guten Ton, Diversität zu thematisieren. Arbeitgeber können es sich nicht mehr leisten, Menschen bestimmter Gruppen, beispielsweise Frauen oder Ältere, auszugrenzen. Bei der PME Familienservice Gruppe (PME) hat Vielfalt eine lange Tradition. Diese wurde bereits gelebt, bevor sie zum Business Case wurde.

Die PME-Kampagne wird unter dem Hashtag #dickimgeschäft in den Social- Media-Kanälen gepostet. Darüberhinaus werden aufmerksamkeitsstarke Postkarten an Recruiting-Events, Erzieherschulen und Universitäten ausgelegt.

Gruppe von Menschen, die bislang in puncto Diversity unter dem Radar fliegt, hat der PME Familienservice nun in den Fokus gerückt: Menschen mit Übergewicht. Der PME Familienservice macht mit der Kampagne darauf aufmerksam, dass im Berufsalltag Mobbing und Diskriminierung existieren, und setzt sich für ein positives Körperbild ein. „Man kann es sich einfach nicht mehr erlauben, Menschen nicht nach ihren Kompetenzen zu beurteilen“, sagt Sönke Behrens, psychosozialer Berater beim PME Familienservice und eines von vier Gesichtern der Kampagne. Mit „Dick im Geschäft“ spricht PME vorrangig Menschen an, die als Betreuungsperson für Kinder arbeiten.

Die Idee zur Kampagne kam von CEO Alexa Ahmad, die selbst in ihrer Zeit vor dem PME Familienservice bereits Diskriminierung aufgrund von Übergewicht erleben musste. Sie sagt: „Mir war aufgefallen, dass wir einige übergewichtige Teammitglieder haben – auch in unserer Führungsebene. Aus eigener Erfahrung wusste ich, dass das nicht selbstverständlich ist, obwohl einen tollen Job zu machen und kreativ zu sein keine Frage des BMI, sondern des IQ und EQ ist. Häufig hat man das Gefühl, dass man Menschen, die ein bisschen mehr auf den Rippen haben, diskriminieren darf. Da muss man einen positiven Gegenpol setzen. Und das können wir als Unternehmen am besten zeigen, weil am Arbeitsplatz die Diskriminierung am allergrößten ist und am meisten zu Herzen geht.“

DISKRIMINIERUNG ALLGEGENWÄRTIG

Laut eines Berichts der Ärzte Zeitung aus dem Jahre 2018 ist die Diskriminierung von übergewichtigen Menschen im Berufsalltag allgegenwärtig. Firmen setzen beispielsweise Übergewichtige oft nicht im Kundenkontakt ein oder benachteiligen sie auf anderen Gebieten. Forscher aus Großbritannien und Australien haben in einer Studie (2012) herausgefunden, dass übergewichtige Frauen es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben. Bei gleicher Qualifikation bevorzugten Personaler häufig die schlankere Kandidatin. Bei Gehaltszulagen und Beförderungen werden Übergewichtige gerne übergangen, zeigt die Studie. Sie stellen eine Gruppe dar, die häufig Mobbing ausgesetzt ist, ohne eine Minderheit zu sein.

Die PME Familienservice Gruppe ist das einzige Unternehmen in Deutschland, das übergewichtige Bewerber aktiv anwirbt. „Das ist eine Win-win-Situation für beide – für uns als Arbeitgeber, weil wir den Teil der Workforce ermutigen, bei uns zu arbeiten, der woanders schlechte Erfahrungen gemacht hat. Und es ist schön, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem man nicht wegen seines Körpergewichts gemobbt wird“, erklärt Geschäftsführerin Alexa Ahmad.

Der Gesundheitsaspekt spielt bei der Kampagne „Dick im Geschäft“ eine wichtige Rolle. Dick zu sein ist nicht gleichbedeutend mit träge, schlapp und unfit – und das will die Kampagne zeigen. Vielmehr soll mit Vorurteilen aufgeräumt werden. Dabei rückt der psychologische Aspekt in den Vordergrund. Mobbing, komische Blicke von Kollegen oder spitze Bemerkungen aus der Chefetage können gesundheitsschädlicher als die körperlichen Faktoren sein. Daher arbeiten bei dieser Kampagne verschiedene Abteilungen zusammen, beispielsweise die regionalen HR-Abteilungen und das interne Gesundheitsmanagement, um die Kampagne ganzheitlich im Unternehmen und bundesweit nach außen zu etablieren.

RECRUITING MITHILFE VON SOCIAL MEDIA

Nachdem im Mai 2019 der Startschuss für die Kampagne fiel, wurden verschiedene Einzelelemente miteinander verbunden und in den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #dickimgeschäft gepostet: Interviews, interessante Artikel, Videos mit Testimonials und Werbemotive wurden über einen Zeitraum von drei Monaten stetig auf Facebook, Instagram und dem Work-Life-Blog des PME Familienservice gepostet.

Videos und Interviews mit firmeninternen Testimonials

Über Aufrufe im Mitarbeitermagazin „Flotte Welle“ sowie den bundesweiten wöchentlichen Newsletter wurden Teammitglieder gesucht, die der Kampagne ihr Gesicht verleihen. Neben der CEO meldeten sich verschiedene Teammitglieder aus den Bereichen Management, Lebenslagenberatung, Kindertagesbetreuungseinrichtung sowie eine Tagesmutter, die selbstständig tätig ist und mit PME kooperiert. In vier einzelnen Videoclips erzählen sie frisch und direkt, warum Übergewicht in ihrem Job kein Hindernis ist, und fordern die Zuschauer auf, sich bei PME zu bewerben. Die Videos wurden auf den sozialen Kanälen Facebook, Twitter und vor allem Instagram gepostet und beworben. Sie zogen sogleich rege Diskussionen über Vorurteile nach sich.

Kooperationen mit externen Experten

Um die Kampagne einer jungen Zielgruppe bekannt zu machen, die sich für Themen wie Bodylove, positives Körpergefühl, Übergewicht in Alltag und Job interessiert, und auch andere Blickwinkel einzubeziehen, wurden verschiedene Kooperationen eingegangen. So auch mit der Influencerin Tanja Marfo. Sie betreibt den Blog „Kurvenrausch“ in Hamburg, auf dem sie über ihr Leben als übergewichtige Frau schreibt, und ist erfolgreiche Plus-Size-Instagramerin. Außerdem betreibt sie eine Modelagentur für Plus-Size-Models und organisiert die „Plus Size Fashion Days“. Im Rahmen der Kooperation mit „Dick im Geschäft“ postete sie auf ihrem Blog und ihrem Instagram-Kanal verschiedene Beiträge, in denen sie auf die Kampagne des PME Familienservice hinweist: „Diskriminierung im Berufsleben – Glaube an dich“, „Dick und Fit – das ist (k)ein Widerspruch?!“ und ein Interview mit der PME-CEO Alexa Ahmad über Diversity, Vorurteile und die Kampagne „Dick im Geschäft“. Darüber hinaus fand Anfang Juni ein einstündiger Live-Talk in der Instagram-Story der Influencerin statt, in dem sich Alexa Ahmad und Tanja Marfo über Vorurteile im Berufsalltag, Respekt, Diversity und Body Positivity austauschten. Die Teilnehmer konnten mitdiskutieren und Fragen stellen.

Die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung unterstützt die Kampagne ebenfalls. Vorsitzende Natalie Rosenke ist eine gefragte Expertin zu Themen, die Benachteiligung durch Übergewicht betreffen. Im Rahmen der Kooperation stand sie dem PME Familienservice als Beraterin zur Seite, führte ein Interview für den Work-Life-Blog und machte die Kampagne auf der Seite der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung bekannt. Anja Liedtke von Big Yoga ist das beste Beispiel dafür, dass dick und fit kein Widerspruch ist. Obwohl der Einstieg in das Yoga für sie als stark übergewichtige Frau nicht einfach war und sie auch in Yogakursen Vorurteile und Diskriminierung erlebte, ist sie drangeblieben. Jetzt ist sie selbst Yogalehrerin und ermutigt andere Menschen mit Übergewicht, ihren Weg im Yoga zu finden. Für „Dick im Geschäft“ gibt sie Tipps, wie Yoga auch mit Übergewicht eine Bereicherung und ein Weg zu einem gesunden und achtsamen Leben sein kann.

Postkartenaktion

Für die bundesweite Ansprache von Bewerbern setzt PME auf ein althergebrachtes Element: über 60 000 Postkarten, die noch in den kommenden Monaten bundesweit an Universitäten, Erzieherschulen und Recruitment-Events ausgelegt werden. Es wurden zwei aufmerksamkeitsstarke Postkartenmotive erstellt mit den Slogans „Du passt zu uns in jeder Form“ und „Wir lieben jedes Pfund an dir“. Mit diesen Postkarten können sich Interessierte direkt beim PME Familienservice bewerben, indem sie diese mit eigenen Kontaktangaben und der Wunschstelle an die Personalabteilung des jeweiligen Standortes schicken. Die Gebühr bezahlt die PME, die – nach Erhalt der Postkarte – den Kontakt zum Interessierten aufnimmt. Der aufgedruckte QR-Code ermöglicht aber auch eine direkt Online-Bewerbung auf die gewünschte Position. Flankierend wurde in verschiedenen Fach- und Publikumsmagazinen und HRBlogs auf die Kampagne aufmerksam gemacht.

Bewerbung um schönste Diversity-Aktion 2019

In Zusammenhang mit dem jährlich stattfindenden Diversity-Tag zeichnet die Charta der Vielfalt die schönste Diversity-Aktion aus. Der PME Familienservice hat sich in diesem Jahr mit der Kampagne „Dick im Geschäft“ beworben und den dritten Platz belegt. Insbesondere, weil Übergewicht derzeit noch keine Diversity- Dimension ist, konnte mit der Bewerbung ein Zeichen gegen Diskriminierung aufgrund von Körpergewicht gesetzt werden.

Interne Kommunikation ist das A und O

Im Kern der Arbeit zur Kampagne steht die interne Kommunikation. Wie auch in vorangegangen Kampagnen wie „Weil ich es bin“, lebt „Dick im Geschäft“ von den Teammitgliedern, die ihr ein Gesicht verleihen, und auch von denen, die die Kampagne mittragen. Um unternehmsintern gut über die Kampagne zu informieren und etwaige Vorbehalte auszuräumen, war eine gute interne Kommunikation besonders wichtig. So wurde die Kampagne stets im Mitarbeitermagazin „Flotte Welle“ und in den wöchentlichen bundesweiten internen Newslettern vorgestellt und in die verschiedenen Gremien getragen.

WER SICH POSITIONIERT, FÄLLT AUF

Das Thema Diversity ist in der Gesellschaft vermehrt in den Fokus gerückt und bestärkt uns in unserer diversen Unternehmenskultur. HR sieht sich hier als Botschafter der Vielfalt nach innen und außen. Die Resonanz auf die Kampagne zeigt uns, dass dies auch gelingt. Derzeit haben wir um die 70 vakante Positionen, die zum großen Teil von Fachkräften aus dem pädagogischen Bereich zu besetzen sind. Gerade hier spüren wir aktuell den starken Fachkräftemangel und stellen uns der Herausforderung, Menschen mit Passion für unsere Mission zu gewinnen. In Zeiten des War for Talents ist es wichtig, unserer Arbeitgebermarke durch die Kampagne ein Gesicht zu verleihen und einen stärkeren Wiedererkennungswert zu schaffen. Die zunehmende Angleichung der Unternehmen im Bereich der Arbeitgeberattraktivität macht es unerlässlich, sich mit ausgefallenen Kampagnen abzuheben. Es ist aus unserer Sicht sogar notwendig zu polarisieren, damit vielleicht auch anzuecken und sich klar gegen Mobbing
und Diskriminierung zu positionieren. Die Kampagne „Dick im Geschäft“ ist ein Baustein unserer Employer Value Proposition. Wir sprechen damit Menschen an, die sich auf eine bunte PMEWelt freuen können, in der Chancengleichheit und Individualität gemeinsam etwas Einzigartiges erschaffen.

AUTORINNEN

Christin Müller, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit & Unternehmenskommunikation, pme Familienservice GmbH – Zentrale, Berlin, christin.mueller@familienservice.de

Gabriele Strasser, Unternehmenskommunikation, pme Familienservice GmbH – Zentrale, Berlin,
gabriele.strasser@familienservice.de

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